Schöpfungsspiritualität
„Eine christliche Schöpfungslehre ist eine Auffassung von der Welt im Lichte des Messias Jesus und unter den Gesichtspunkten der messianischen Zeit, die mit ihm begonnen hat und durch ihn bestimmt ist. Sie ist auf die Befreiung des Menschen, auf die Befriedung der Natur und auf die Erlösung der Gemeinschaft von Mensch und Natur von den Mächten des Negativen und des Todes ausgerichtet.“ (aus: Jürgen Moltmann, Gott in der Schöpfung, S. 19, Rd. 2: Schöpfung zur Herrlichkeit; Gütersloher Verlagshaus 5. Auflage 2002)
Die Schöpfungsspiritualität besteht aus einem gelebten Glauben, der die Welt als von Gott fortwährend schaffende (creatio continua), auf zukünftige Vollendung ausgerichtete, belebte und geliebte Schöpfung erkennt und wirkt durch eine Grundhaltung des Staunens, ist dankbar und achtsam gegenüber allem Geschaffenen mit der Einsicht, dass jedes Wesen eine eigene Würde besitzt.
Stöbern Sie auf den folgenden Seiten, um konkrete Impulse, Anregungen, Ideen und Denkanstöße zu bekommen.
Schöpfungszeit
Die Schöpfungszeit ist eine ökumenische liturgische Periode vom 1. September bis 4. Oktober, in der Kirchen weltweit die Schöpfung, ihre Gefährdung und unsere Verantwortung für die Umwelt in den Mittelpunkt stellen. Sie entstand aus der ökumenischen Bewegung und wird besonders in evangelischen Kirchen aktiv gefeiert. Inhaltlich geht es um Dankbarkeit für die Natur, Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) stellt jedes Jahr Materialien zusammen, die Sie hier finden.
Nachhaltig predigen
Nachhaltig predigen bedeutet, Glauben und Verantwortung für die Schöpfung zusammenzubringen. Die theologische Grundlage ist die Schöpfung als Geschenk und Auftrag.
Die Umwelt, das Klima und die Ressourcen werden bewusst thematisiert und es werden in den Predigten konkrete Handlungsimpulse für den Alltag aufgezeigt.
Hier geht’s zur Website und zu den Predigtanregungen.
Theologie in der Klimaskrise
Das Thesenpapier “THEOLOGIE IN DER KLIMAKRISE” ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und untersucht die theologischen Horizonte sowie die dogmatischen und ethischen Konsequenzen einer Theologie, die unter den Bedingungen der Klimakrise entsteht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Weltverstehen und menschliche Verantwortung in der Bewältigung der Klimakrise theologisch zu bestimmen sind, auch jenseits der häufig diskutierten Metaphorik der Schöpfung.
Sie können mehr zu Ihre Ideen und Forschung hier erfahren.
Netzwerke
„geerdet glauben“ ist ein ökumenisches Netzwerk, das Naturspiritualität im christlichen Kontext stärken will. Es fördert spirituelle Erfahrungen in und mit der Natur, qualifiziert Menschen für naturspirituelle Angebote, unterstützt ökologische Verantwortung und schafft Räume, in denen Verbundenheit mit sich selbst, der Mitwelt und Gott erfahrbar wird. Darüber hinaus möchte das Netzwerk kirchliche Akteure vernetzen, die ähnliche Wege gehen. Es entwickelt Materialien, Fortbildungen und Impulse, die Gemeinden und Bildungseinrichtungen praktisch nutzen können.
Die Wilde Kirche, z.B. in Bayern oder Baden-Wüttemberg, verbindet christliche Spiritualität bewusst mit Naturerfahrung und schafft Räume jenseits traditioneller Kirchenformen. Ein wichtiges Ziel ist es, eine achtsame, verantwortungsvolle Haltung gegenüber der Schöpfung zu fördern. Gleichzeitig versteht sie sich als Impulsgeberin für eine Erneuerung kirchlicher Praxis.