Woher stammen unsere Emissionen?

Woher stammen unsere Emissionen?

Woher stammen unsere Emissionen?

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Woher stammen unsere Emissionen?

Tom Gidlow, Fachstelle Klimaschutz

Die Frage 'Woher stammen unsere Emissionen?' ist wichtig und wird oft gestellt. Sie ist aber auch eine dieser verwirrenden Fragen, die in der Regel noch mehr Fragen statt Antworten verursachen. 

Weltweit stammt der größte Anteil von menschlich verursachten Treibhausgasemissionen aus reichen, industriellen und hochbevölkerten Ländern, darunter China, die USA, Japan, Indien und einige europäische Länder. Wenn man den Blick auf historische Emissionen wirft, tragen insbesondere westliche Länder wie das Vereinigte Königreich England, Deutschland, Frankreich und die USA ihren Beitrag dazu. Die Pro-Kopf-Emissionen dieser Länder sinken jedoch aktuell. Grundlegend lässt sich feststellen, dass Mobilität, Produktion und Bau sowie Landwirtschaft ca.13% der weltweiten Emissionen verursachen. Strom und Wärme haben mit ca. einem Drittel Anteil den größten Einfluss auf Treibhausgasemissionen.

In Deutschland stammten 2024 29% der Emissionen aus der Energiegewinnung, 24% aus der Industrie, 22% aus Verkehr und 15% direkt aus den Gebäuden. Die absolute und Pro-Kopf-Anzahl der Emissionen in Deutschland ist kontinuierlich seit 1990 gesunken. Viele Menschen kritisieren jedoch die Trägheit der Absenkung. 

Die Lippische Landeskirche ist ein "Bilanzierungsneuling" im Emissionsbereich, zugleich unsere ersten Ergebnisse bereits jetzt schon informativ und aussagekräftig sind. Nach aktuellem Stand wurden 91,5% unserer Emissionen in 2025 durch Wärme und 3,8% durch Strom verursacht, entweder direkt im Gebäude oder indirekt von den Stadtwerken bzw. Energieversorgern. Dienstreisen, vorrangig mit dem Flugzeug, verursachen 4,7% der Treibhausgasemissionen.

Die Zuschreibung von Emission ist aber offenkundig schwer und es gibt unterschiedliche Zuschreibungsmethoden für die verschiedenen Länder, Regionen und Organisationen auf dieser Welt. Manche stellen auch die Frage, ob Emissionen tatsächlich jemandem "gehören" können. Wer ist beispielsweise für Emissionen aus Kohlegewinnung verantwortlich? Die Zeche bzw. die Firma? Das Land, das die Zeche erlaubt oder die Kohle bestellt hat? Das Kraftwerk, welches die Kohle verbrennt? Die Fabrik, die den Strom für Herstellung nutzt? Die Familie, die die Produkten aus der Fabrik kauft? 

Wir müssen nicht zwingend unter Carbon Blindness (Deutsch: Treibhausgasblindheit) leiden. Als Landeskirche und Kirchengemeinden wäre es verantwortungslos zu sagen, dass wir beispielsweise im Bereich Mobilität nichts machen werden, weil sie nur einen Bruchteil unserer Treibhausgasemissionen verursacht. Aber was ist mit Luftqualität, Verkehrslärm, Autounfällen, Mobilitätserschwinglichkeit und Habitatstrennung? 

Die Anzahl von potenziellen Maßnahmen kann überwältigend sein. Mein Tipp? Fangen Sie irgendwo an, idealerweise da, wo Sie als Kirchengemeinde Stärken oder Interessen haben. Wir begleiten Sie gern bei einer Vielzahl an Projekten, darunter energetische Sanierungen, Verbesserungen von Biodiversität und Mobilitätswende.

Wir sind, wie immer, unter klimaschutz@lippische-landeskirche.de erreichbar.


Quellen:

EU - EDGAR (Emissions Database for Global Atmospheric Research)

International Energy Agency

Umweltbundesamt

World Resources Institute

Hinweis: Manche Sprüche in diesem Beitrag sind absichtlich ungenau z.B. 'europäisch' oder 'ungefähr ein Drittel', was Unterschiede zwischen Klimamodelle, Forschungsmethode, und Kategorisierungen entspricht. 

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